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DESCRIPTION;LANGUAGE=de:Sehr geehrte Damen und Herren\,\ndas Pilecki-Instit
 ut\, die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. und das Zentrum für H
 istorische Forschung (PAN) laden zu einer Podiumsdiskussion mit Dr. Steven
  D. Reece und Prof. Radosław Ptaszyński ein. Moderiert von Alexander Kliym
 uk.  Przysucha war einst ein bedeutendes Zentrum jüdischen Lebens und eine
  der Wiegen des Chassidismus. Heute steht der Ort exemplarisch für die Her
 ausforderungen der Bewahrung jüdischen Erbes im ländlichen Polen. Die Vera
 nstaltung beleuchtet die Geschichte der Stadt\, die Folgen der Vernichtung
  ihrer jüdischen Bevölkerung im Oktober 1942 sowie aktuelle Initiativen zu
 r Pflege der jüdischen Erinnerungskultur vor Ort. Anhand des Falls Przysuc
 ha zeigen die Vortragenden auf\, wie das jüdische Erbe eines Ortes zu eine
 m Raum für Dialog\, Versöhnung und interkulturelle Zusammenarbeit werden k
 ann. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Fragen lokaler Identität sowi
 e von Verantwortung und gemeinschaftlichem Engagement für die Bewahrung hi
 storischer Erinnerung.\n\nIm ersten Teil des Abends wird das Konzept des „
 Third Space“ vorgestellt. Es handelt sich dabei um einen pädagogischen „Zw
 ischenraum“ vielfältiger Beziehungen – in unserem Fall einen jüdischen Fri
 edhof in der polnischen Provinz. In diesem konkreten Raum werden Interessi
 erte zu Akteuren und „Paten“ einer gemeinschaftlichen Erinnerungskultur. H
 ier entsteht ein Netzwerk\, das Versöhnung fördert\, indem kommunale Vertr
 eter\, lokale Schulen\, Freiwillige und Nachfahren durch soziales und geme
 inschaftliches Handeln tief verwurzelte Vorurteile abbauen. Im Mittelpunkt
  des Prozesses steht eine „Methode der Taten“: Durch gemeinsame körperlich
 e Arbeit soll ein „sichtbarer Beweis der Aufrichtigkeit“ entstehen\, um hi
 storischen Stillstand aufzulösen. In Przysucha\, früher eine „Stadt der dr
 ei Märkte“ – eines jüdischen\, eines polnischen und eines deutschen –\, wu
 rde diese Methode angewandt\, um historisches Vergessen durch konkrete soz
 iale und interkulturelle Aktionen zu überwinden.\n\nDie zweite Präsentatio
 n widmet sich Przysucha\, einem einzigartigen Ort in Polen\, der zu den Wi
 egen des Chassidismus zählt. Die skizzierte Geschichte des jüdischen Leben
 s und der Zerstörung des Schtetls richtet den Blick auf den heutigen Kampf
  gegen das Vergessen. Dabei berührt der Vortrag Fragen der Identitätsbildu
 ng in einer postjüdischen Stadt\, der historischen Amnesie und der Bewahru
 ng jüdischen Erbes. Zugleich zeigt Przysucha einen außergewöhnlichen Fall\
 , in dem jüdisches Erbe einen Raum für Zusammenarbeit und interkulturellen
  Dialog schafft und lokaler Gleichgültigkeit entgegenwirkt.\n\nDr. Steven 
 D. Reece war Fulbright Scholar 2022–2023 und ist Gründer sowie emeritierte
 r Geschäftsführer der Matzevah Foundation. Über diese Stiftung leitete er 
 die Restaurierung von mehr als 60 jüdischen Friedhöfen in Polen unter dire
 kter rabbinischer Aufsicht des polnischen Oberrabbiners Michael Schudrich.
  Seit über zwanzig Jahren engagiert sich Reece als christlicher Amerikaner
  für die Bewahrung jüdischer Friedhöfe in Polen. Seine Arbeit verbindet pr
 aktische Denkmalpflege\, interkulturellen Dialog und Forschung. Dabei vers
 teht er jüdische Friedhöfe als Räume\, in denen Begegnung\, Verantwortung 
 und Versöhnung beginnen können. In seiner Forschung entwickelte er die vor
 erwähnte „Methode der Taten“ und das Konzept des „Third Space“. Derzeit ar
 beitet Steven D. Reece an zwei Büchern\, die auf zwei Jahrzehnten qualitat
 iver Feldforschung zu polnisch-jüdischen Friedhöfen\, interkultureller Ver
 ständigung und Versöhnung beruhen. Reece ist ordinierter baptistischer Pas
 tor und Lehrbeauftragter an der Andrews University. Vom Polnischen Rat der
  Christen und Juden wurde er mit dem Titel „Mann der Versöhnung“ ausgezeic
 hnet.\n\nProf. Dr. Radosław Ptaszyński ist Historiker\, Politikwissenschaf
 tler und Soziologe am Institut für Geschichte der Universität Szczecin. Se
 ine wissenschaftlichen Interessen gelten den gesellschaftlichen und politi
 schen Veränderungen in Polen nach dem Zweiten Weltkrieg\, der Biografiefor
 schung\, dem politischen Denken sowie den polnisch-jüdischen\, polnisch-fr
 anzösischen und staatlich-kirchlichen Beziehungen. Er ist Mitglied der Bio
 grafischen Kommission der Polnischen Akademie der Wissenschaften\, des Wis
 senschaftlichen Rates des Polnischen Biografischen Wörterbuchs\, des Wisse
 nschaftlichen Rates des Zentrums für Kultur und Dialog der Ignatianum-Univ
 ersität in Krakau\, der European Association for Jewish Studies\, der Poln
 ischen Historischen Gesellschaft\, der Polnischen Gesellschaft für Jüdisch
 e Studien sowie des Polnischen Rates der Christen und Juden. Außerdem ist 
 er Redaktionssekretär der Zeitschrift „Polish Biographical Studies“. Ptasz
 yński wurde unter anderem für den Kazimierz-Moczarski-Geschichtspreis\, de
 n Oskar-Halecki-Preis für das Geschichtsbuch des Jahres\, den Jan-Długosz-
 Preis und den Jerzy-Giedroyc-Preis nominiert. Er ist Mitbegründer und Vors
 itzender des Vereins Jüdisches Przysucha. Seit 2021 ist er Vorsitzender de
 s Wissenschaftlichen Rates des Instituts für Geschichte der Universität Sz
 czecin. Zu seinen Veröffentlichungen gehören unter anderem Skalpel ’68. Th
 e Anti-Semitic Campaign in the Community of Szczecin Doctors (Krakau 2021\
 , gemeinsam mit M. Ptaszyńska)\, Stommism. The Political Biography of Stan
 isław Stomma (Krakau 2018) sowie Polyphony of Memory. Between the German P
 ast and Polish Identity. Kołobrzeg 1945–2015 (Szczecin 2017\, gemeinsam mi
 t J. Suchy).\n\nVeranstalter: Pilecki-Institut\, Deutsch-Polnische Gesells
 chaft Berlin e. V.\, PAN Zentrum für Historische Forschung Berlin der Poln
 ischen Akademie der Wissenschaften
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 n Polen – Der Fall Przysucha
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