„Oto widać i oto słychać” - Zeugen des Holocaust im besetzten Polen
Buchvorstellung & Diskussion,
Uhr
10963 Berlin, Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8
Die Stiftung Topographie des Terrors, das Deutsch-Polnische Haus bei der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften laden zu einer Buchpräsentation ein.
Die Grenzen zwischen Opfern und Zeugen sowie zwischen Zeugen und Tätern sind oft unscharf. Die Kategorie des „Zeugen“ ist weit gefasst und kann sowohl einen Schaulustigen, einen Beobachter, einen Passanten als auch einen passiven oder aktiven Teilnehmer von Ereignissen bezeichnen.
In dem Buch Oto widac i oto slychac (2024) untersuchen dreizehn Forscherinnen und Forscher die Kategorie des „Holocaust-Zeugen“ im besetzten Polen in ihrer ganzen Vielschichtigkeit und Komplexität. Die Unterscheidung zwischen Zeugen, Opfern und Tätern ist dabei oft schwierig. Der interdisziplinäre Band umfasst historische, psychologische und soziologische Analysen und bezieht auch kulturanthropologische und bildwissenschaftliche Perspektiven mit ein.
Für die Veranstaltung in polnischer Sprache wird eine Simultanübersetzung angeboten.
Der Eintritt ist frei.
Grußwort:
- Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin
Buchpräsentation
- Prof. Dr. Barbara Engelking, Warschau, und Prof. Dr. Roma Sendyka, Krakau
Moderation:
- Robert Parzer, Berlin
Barbara Engelking ist Gründerin und Leiterin des Zentrums zur Erforschung des Holocaust an der polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und Professorin am dortigen Institut für Philosophie und Soziologie. Zu ihren Veröffentlichungen gehören The Warsaw Ghetto: A Guide to the Perished City (2009) und Night without End. The Fate of Jews in German-occupied Poland (2022, hg. mit J. Grabowski). Für das Buch Oto widać i oto słychać verfasste sie einen Aufsatz über die Erfahrungen von Juden, die während der deutschen Besetzung Polens Massenerschießungen überlebt haben.
Roma Sendyka ist Professorin am Lehrstuhl für Anthropologie der Literatur und Kulturforschung der Jagiellonen Universität Krakau. Sie ist Mitgründerin und war bis 2024 Direktorin des Forschungszentrums für Erinnerungskulturen. Research Center for Memory Cultures. Zu ihren neueren Veröffentlichungen zählt Poza obozem. Nie-miejsca pamięci. Próba rozpoznania [Jenseits des Lagers. Nicht-Orte der Erinnerung. Ein Versuch der Anerkennung] (2021). In dem Band ist sie mit einem Aufsatz über den Begriff des Bystanders, Zuschauers, Zeugen in der Historiographie vertreten.
Robert Parzer, Historiker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des Deutsch-Polnischen Hauses.
Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung erteilen Sie Ihr Einverständnis, dass Fotoaufnahmen Ihrer Person als Teil von Überblickseinstellungen im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden können.
Veranstalter:

