- Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. war beim Programmpunkt „Zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit“ mit dem Thema Städtepartnerschaften vertreten. Die TeilnehmerInnen brachten sich bei dem Workshop aktiv ein mit ihren unterschiedlichen Erfahrungen und Impulsen aus beiden Ländern und in beiden Sprachen, aus allen Altersklassen, wobei insbesondere einige Jüngere besonders aktiv mitwirkten.
Im Anschluss gab es einen Austausch mit MdB Knut Abraham, dem deutschen Polen-Beauftragen, und Generaldirektorin Moscicka-Dendys, seinem polnischen Pendant, in dessen Rahmen die Ergebnisse präsentiert werden konnten.
Auch half die DPG Berlin e. V. bei der Registrierung/Ausgabe der Akkreditierungen mit.
Bei 700 Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Zivilgesellschaft platzten die Konferenzräume und Korridore des Auswärtigen Amts aus allen Nähten. Nicht alle Teilnahmewünsche konnten berücksichtigt werden.
Höhepunkte des Forums waren die Ansprachen der beiden Außenminister Radosław Sikorski und Johannes Wadephul zum ausgezeichneten aktuellen Stand der bilateralen Beziehungen, für den der Nachbarschaftsvertrag die Grundlagen legte, und zur Bedeutung engster Zusammenarbeit auch im europäischen und transatlantischen Kontext. Anders als noch 1991 können sich Deutschland und Polen heute auf Augenhöhe begegnen. Natürlich kamen im Verlauf des Forums immer wieder auch Wermutstropfen zur Sprache: viele davon überwiegend im Verantwortungsbereich der deutschen Seite liegende Defizite .u. a. bei den Schienenverkehrsverbindungen, aber auch die von Polen erwartete humanitäre Geste Deutschlands zur Unterstützung der letzten noch lebenden polnischen Weltkriegsopfer sowie das Ärgernis der zwischenzeitlich eingeführten Binnengrenzkontrollen zur Unterbindung irregulärer Migration. Bei allen drei Punkten gab es auch zaghafte Andeutungen von Optimismus – ob und inwieweit sie belastbar sind, muss sich allerdings erst noch erweisen.
Positiv war die feierliche Rückgabe wertvoller polnischer Kulturgüter, die Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs in Polen geraubt hatte: eine Urkunde „Gaude Mater Polonia“ von 1254, ein wertvoller Goldring König Sigismund I. aus dem frühen 16. Jahrhundert sowie einzigartige Eisenbahnmodelle aus dem damaligen Warschauer Verkehrsmuseum können nach erfolgter Klärung ihrer Provenienz an ihren angestammten Ort zurückkehren, wofür die eigens angereiste polnische Kulturministerin Marta Cienkowska ausdrücklich dankte. Mit Blick auf die ungeheuren Verluste an Kulturgütern, die Deutschland Polen zufügte, wies sie auf die große Bedeutung hin, die jede noch so kleine Rückgabe für Polen hat.
Abschluss war die Verleihung des Deutsch-Polnischen Preises für herausragende Verdienste um die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen. Ausgezeichnet wurde Janusz Reiter, erster polnischer Botschafter im wiedervereinten Deutschland und auch schon an der Aushandlung und Unterzeichnung des Nachbarschaftsvertrages beteiligt.
Weitere Preisträger waren die Geschwisterstädte Frankfurt/Oder und Słubice, in Anerkennung ihres Engagements für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Den Preis für die Doppelstadt nahmen der Frankfurter Bürgermeister Claus Junghanns und der stellvertretende Bürgermeister von Słubice, Adam Szulczewski entgegen.
Eine weitere gute Nacht: Der Deutsch-Polnische Freundschaftspass für Jugendliche beider Länder zwischen 18 und 27 Jahren: jeweils 30.000 von ihnen können sich für einen Deutsch-Polnischen Freundschaftspass bewerben, der ab November für ein Jahr lang zu kostenlosen Fahrten ins und im Nachbarland berechtigt!
Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Johann Wadephul und dem polnischen Außenminister Radosław Sikorski im YouTube-Kanal von Phoenix:











