Das 25-jährige Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages und die Bewertung der Entwicklung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern standen im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion. Moderiert hat diesen Abend Martin Adam, rbb Journalist und bis 2025 ARD-Korrespondent in Warschau. Prominente Gesprächsteilnehmer waren Jan Tombiński, Botschafter der Republik Polen in Deutschland, Knut Abraham, Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, Anna Kwiatkowska, Zentrum für Oststudien in Warschau/ Leiterin der Forschungsgruppe Deutschland und Michael Kurzwelly – Aktionskünstler, Gründer von Słubfurt.
In dieser Gesprächsrunde kam zum Ausdruck, wie sich die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen in den zurückliegenden 35 Jahren entwickelt hat. Zugleich kam zur Sprache, dass es weiter Defizite im gegenseitigen Verstehen gibt. Bei dem anschließenden Gespräch mit dem Publikum wurde deutlich, dass kein neuer Vertrag notwendig ist, der den Nachbarschaftsvertrag von 1991 ablöst, sondern die getroffenen Vereinbarungen umgesetzt werden müssen. Dieser Appell wurde insbesondere an die deutsche Seite gerichtet, wobei z. B. auf die nicht fertiggestellten Infrastrukturmaßnahmen (Bahnstrecken Berlin-Stettin und die Ostbahn zwischen Berlin und Küstrin-Kietz) verwiesen wurde. Wie auch schon früher bei Veranstaltungen wurden die Defizite bei der Vermittlung der polnischen Sprache an deutschen Schulen angesprochen, für die sich insbesondere der Grenzraum anbietet.
Für die DPG Berlin ergaben sich aus der Veranstaltung zahlreiche Anregungen für die eigene Arbeit, insbesondere mit Partnern aus der polnischen Zivilgesellschaft.
Die Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V. war einer der Kooperationspartner dieser Veranstaltung.
