80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Erinnerung und Gegenwart in Deutschland und im östlichen Europa
Vortrag und Gespräch,
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10963 Berlin, Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Stresemannstr. 90
© StAFF 3-300 PF 0088, PF 0089, Foto: Walter Fricke, bearb. v. Nadine Targiel
Jetzt, 80 Jahre nach Kriegsende, stehen wir vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Perspektiven für die Stärkung von Frieden, Demokratie und Freiheit in Europa nutzbar zu machen. Eine empathische und solidarische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist eine Voraussetzung für das Gelingen der europäischen Zusammenarbeit. Über Wege und Möglichkeiten, dem gerecht zu werden, wollen wir auf dieser Veranstaltung sprechen.
Während des Zweiten Weltkriegs und nach dessen Ende waren Millionen von Menschen im östlichen Europa von Flucht, Vertreibung und Deportation betroffen – eine Folge des Vernichtungskriegs, den das nationalsozialistische Deutschland geführt hatte.
Die Ereignisse der Vergangenheit beschäftigen uns bis heute, auch 80 Jahre nach dem Kriegsende. Dies zeigen die aktuellen deutsch-polnischen Debatten über ein angemessenes öffentliches Gedenken an die polnischen Opfer der nationalsozialistischen Besatzung ebenso wie der fortdauernde Diskurs über die Bewahrung der Erinnerung an Flucht, Vertreibung und Deportation der Deutschen aus Ostmittel-, Ost- und Südosteuropa. Es ist gerade die Enkelgeneration, die sich zunehmend für diese Themen interessiert. Die historischen Erfahrungen und die Prägungen auf beiden Seiten des „eisernen Vorhangs“ führten in der Nachkriegszeit in Ost und West vielfach zu unterschiedlichen Sichtweisen auf das Kriegsende, die bis heute weiterwirken. Dies zeigen auch die Reaktionen auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine: Viele Länder des östlichen Europa haben sich hier früh und eindeutig positioniert, fanden jedoch im westlichen Teil des Kontinents zu wenig Gehör.
Einlasszeit: 17.30 Uhr
Programm
Begrüßung
- Dr. Gundula Bavendamm, Direktorin der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung, Berlin
- N.N, Die/Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Berlin
Einführung:
80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Erinnerung und Gegenwart in Deutschland und im östlichen Europa
- Matthias Weber, Direktor des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte des östlichen Europa, Oldenburg
Impulse
Blick nach Westen: Deutsche Erinnerungskulturen in Bezug auf das Ende des Zweiten Weltkriegs aus Sicht der östlichen Nachbarn
- Janusz Reiter, Diplomat und Publizist, ehem. Botschafter in Deutschland und den USA, Warschau
Die Perspektiven der deutschen Flüchtlinge, Vertriebenen und Minderheiten im östlichen Europa auf das Kriegsende
- Christiane Hoffmann, Autorin und Journalistin, ehem. Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Berlin
Blick nach Osten: Sowjetische bzw. russische Erinnerungskulturen aus deutscher und aus ostmitteleuropäischer Sicht
- Ira Peter, Autorin und Podcasterin, Mannheim
Podiumsgespräch mit Janusz Reiter, Christiane Hoffmann, Ira Peter
Moderation: Silke Behl, Journalistin und Moderatorin (Bremen)
Danach Gelegenheit zum Austausch
Eine Veranstaltung der Beauftragten der Bundesregierung der Kultur und Medien und des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte des östlichen Europa in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung und dem Deutschem Kulturforum östliches Europa.
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