Die polnischen Eroberer zu Gast in Berlin! Veteranen, die Deutschland 1945 von sich selbst befreiten
Gedenkveranstaltung, –
Am 2. Mai 1945, als die Kämpfe in Berlin endeten, wehte auf der Siegessäule neben der roten Fahne auch eine weiß-rote polnische Flagge. Polnische Soldaten der sogenannten Berling-Armee waren an den letzten Gefechten um die Stadt beteiligt.
Wie im Vorjahr heißen wir die ehemaligen „Befreier Deutschlands von sich selbst“ wieder in Berlin willkommen. Eine hervorragende Gelegenheit, den polnischen Streitkräften insgesamt für ihren Beitrag zu danken. Die Veranstaltungen finden an verschiedenen Orten statt, entnehmen Sie sie bitte dem Programm.
An den Kämpfen um Berlin nahmen direkt und indirekt bis zu 180.000 polnische Soldaten teil. Viele von ihnen waren zuvor nach Sibirien deportiert worden – ehemalige Häftlinge sowjetischer Lager oder in entlegene Regionen der UdSSR verschleppte Zivilisten. Ihr größter Traum war die Freiheit – für sich selbst, ihre Familien, ihr Land und ganz Europa. Allein in den Kämpfen um Berlin wurden mehrere Hundert von ihnen verwundet oder fielen.
In seiner bekannten Rede zum 8. Mai bezeichnete Richard von Weizsäcker diesen Tag als „Tag der Befreiung“ – der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus. War es eine Befreiung? Der Begriff bleibt kontrovers und umstritten, gerade auch für Polen und andere Länder: Die NSDAP wurde durch demokratische Wahlen zur stärksten politischen Kraft und gelangte 1933 an die Macht, Widerstandsbewegungen waren im NS-Deutschland bestenfalls eine Randerscheinung.
Fakt ist jedoch, dass zur Bezwingung des Dritten Reiches und zur Entstehung eines freien, demokratisch-liberalen Deutschlands nach 1945 polnische Soldaten und Soldatinnen maßgeblich beigetragen haben.Polen gehörte zu den Alliierten und stellte – über die verschiedenen Frontabschnitte hinweg – eine der größten Streitkräfte, häufig als viertgrößte alliierte Armee bezeichnet. Polnische Soldatinnen und Soldaten kämpften vom ersten bis zum letzten Tag des Krieges gegen das nationalsozialistische Deutschland – von September 1939 bis Mai 1945 – und damit länger als jede andere alliierte Streitkraft.
Sie waren auf vielen Kriegsschauplätzen im Einsatz – unter anderem in Norwegen, Nordafrika, Italien, Westeuropa und schließlich auch in Berlin.
Dieser Teil der Geschichte ist in Deutschland oft weniger präsent. Mit der Veranstaltung möchten wir daran erinnern und ihn sichtbarer machen – als Teil einer gemeinsamen europäischen Erinnerung.
Programm
10:00 Uhr, TU Berlin, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin (Nähe Ernst-Reuter-Platz)
Auftakt und Kranzniederlegung am Denkmal für polnische Soldaten
10:45 Uhr, Siegessäule
Symbolische Aktion zur Erinnerung an den 2. Mai 1945
11:30 Uhr, Denkmal für die polnischen Opfer 1939–45, Heinrich-von-Gagern-Straße, 10557 Berlin
Gedenkveranstaltung: Ansprachen; Kranzniederlegung; Begegnung mit Veteranen sowie eine kleine Ausstellung zur Geschichte der polnischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg
13:30 Uhr, Pilecki-Institut, Pariser Platz 4 a, 10117 Berlin
Verleihung der Pro-Patria-Medaillen; Gelegenheit für die Medien, mit den Kriegsveteranen zu sprechen; Abschluss und Gespräche
Kooperationspartner: Das Amt für Veteranen und Opfer politischer Verfolgung, Deutsch-Polnische Gesellschaft Berlin e. V.
Organizator:

