Karl-Wilhelm-Fricke-Preis 2026
10117 Berlin-Mitte, Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstr. 5
Die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur verleiht im Jahr 2026 zum zehnten Mal den Karl-Wilhelm-Fricke-Preis. Er zeichnet Persönlichkeiten, Initiativen, Projekte oder Institutionen aus, die sich in herausragender Weise für die Aufarbeitung von Diktaturen, für Freiheit, Demokratie und Zivilcourage engagieren. Seit 2017 wurden bereits 35 Preisträgerinnen und Preisträger geehrt. Basil Kerski, deutsch-polnischer Kulturmanager, Ausstellungskurator, Redakteur, Publizist und Politikexperte, erhält den Sonderpreis.
Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis würdigt das Archiv Bürgerbewegung Leipzig für seine seit 35 Jahren geleistete Arbeit zur Sicherung, Erschließung und Vermittlung von Zeugnissen der Opposition und des Widerstands in der DDR. Die Jury hebt hervor, dass das Archiv aus bürgerschaftlichem Engagement hervorgegangen ist und bis heute in besonderer Weise von ehrenamtlicher Arbeit getragen wird. Es bewahre nicht nur Quellen zur Geschichte der SED-Diktatur, sondern mache sie für Öffentlichkeit, Forschung und Bildung zugänglich. Die Laudatio hält der frühere DDR-Bürgerrechtler, Theologe und Politiker Frank Richter.
Der Sonderpreis geht an Basil Kerski. Der Publizist, Ausstellungskurator und Kulturmanager ist seit vielen Jahrzehnten Brückenbauer zwischen den deutschen, polnischen und europäischen Erinnerungskulturen. Die Jury würdigt seinen Beitrag zu einer offenen Auseinandersetzung mit Diktaturerfahrungen, Freiheitsbewegungen und demokratischem Wandel in Europa. Laudatorin wird Katrin Budde sein, ehemalige Vorsitzende des Kulturausschusses im Deutschen Bundestag und Mitglied der Jury.
Mit dem Nachwuchspreis werden Hanna Müller und Weronika Vogel für „Eastplaining. Der Ostblog“ ausgezeichnet. Das Online-Projekt greift ostdeutsche Erfahrungen, DDR-Geschichte und Gegenwartsdebatten aus der Perspektive einer jungen Generation auf. Es verbindet historische Aufklärung mit publizistischer Intervention und trägt dazu bei, ostdeutsche Themen differenziert und verständlich in gesamtdeutsche Debatten einzubringen. Die Laudatio hält der Autor und politische Aktivist Jakob Springfeld.
Der Preis ist benannt nach dem Journalisten und Publizisten Karl Wilhelm Fricke. Ermöglicht wurde er durch eine Spende des ehemaligen Fluchthelfers und Publizisten Dr. Burkhart Veigel. Über die Preisvergabe entscheidet eine Jury. Ihr gehören Marianne Birthler (ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen), Dr. Jacqueline Boysen (Geschäftsführerin der Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung), Katrin Budde (ehemalige Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien des Bundestags), Dr. Anna Kaminsky (Direktorin der Bundesstiftung Aufarbeitung), Marko Martin (Journalist und Autor), Prof. Dr. Irina Scherbakowa (Memorial Moskau) sowie der Preisspender Dr. Burkhart Veigel an.
Anmeldung bis zum 10.06.26:
https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de/de/form/anmeldung-zur-verl-des-kwfp26
Die Veranstaltung findet vor Ort statt und wird zudem im Livestream auf dem YouTube-Kanal der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur übertragen.
https://www.youtube.com/live/WMTyLO_3JJ4
Organizator:

