Leben mit den Toten. Verstreute Tatorte des Holocaust lesen
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10963 Berlin, Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, Auditorium, Niederkirchnerstraße 8
Foto: Magdalena Saryusz-Wolska Gedenkstein am Massengrab von Jüdinnen und Juden, die am 13. August 1942 von deutschen Polizisten erschossen worden sind, Tylawa 2025
Die Stiftung Topographie des Terrors und das Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften laden zu einem Podiumsgespräch ein. Die Veranstaltung ist zugleich Eröffnungsveranstaltung des Klaus Zernack Colloquiums 2026: „Geschichte Plus – Interdisziplinarität am Zentrum für Historische Forschung Berlin“.
Während des Zweiten Weltkriegs haben in Ostmitteleuropa deutsche und sowjetische Besatzung, der Holocaust sowie wechselnde Frontverläufe eine Vielzahl an Friedhöfen, Massengräbern und weiteren Begräbnisstätten hinterlassen. Die sterblichen Überreste der Opfer sind nicht verschwunden. Sie ruhen weiterhin im Boden und bilden ein schwieriges Erbe, das bis heute auch eine Herausforderung für die lokalen Zivilgesellschaften darstellt. Die Auseinandersetzung mit diesem Phänomen erfordert nicht nur historische, sondern ebenso archäologische, kartografische und sogar dendrologische Forschungen.
Im Zentrum des Podiumsgesprächs stehen die über ganz Ostmitteleuropa verstreuten Tatorte des Holocaust. Der alltägliche Umgang mit Orten der Zerstörung jüdischen Lebens kann Aufschluss darüber geben, wie im 21. Jahrhundert jenseits der bekannten Vernichtungslager an den Holocaust erinnert werden kann.
Podiumsgespräch mit:
- Prof. Dr. Magdalena Saryusz-Wolska, Warschau
- Prof. Dr. Felix Ackermann, Hagen
Moderation: Prof. Dr. Igor Kąkolewski, Berlin
Magdalena Saryusz-Wolska, Kulturwissenschaftlerin und Soziologin, ist Direktorin des Deutschen Historischen Instituts in Warschau und Professorin am Institut für Zeitgenössische Kultur der Universität Lodz (beurlaubt). In ihren Forschungen beschäftigt sie sich mit kollektiver und kultureller Erinnerung, visueller Geschichte und Mediengeschichte. Aktuell leitet sie ein Projekt zu Massengräbern des Holocaust.
Felix Ackermann, Kulturwissenschaftler und Historiker, ist Professor für Public History an der Fern-Universität in Hagen sowie Leiter der Hans-Böckler-Nachwuchsforschungsgruppe, die die Geschichte digitaler Kriegsöffentlichkeiten erforscht. Gemeinsam mit Studierenden erarbeitete er einen Stadtführer über die jüdische Geschichte der Stadt Grodno in Belarus sowie einen Audioguide durch das litauische Jonava.
Prof. Igor Kąkolewski ist Direktor des Zentrums für Historische Forschung Berlin.
Eintritt frei
Anmeldung erforderlich unter veranstaltungen@topographie.de
Mehr Informationen zum Klaus Zernack Colloquium: https://cbh.pan.pl/de/klaus-zernack-colloquium
Mit Ihrer Teilnahme an der Veranstaltung erteilen Sie Ihr Einverständnis, dass Fotoaufnahmen Ihrer Person als Teil von Überblickseinstellungen im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit der Veranstalter verwendet werden können.
Organizator:
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